Tagebuch

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Bier, Bart, Bauch oder "Die Geschichte von Even den Lustigen"- Teil 1


Du bist das Buch


Nun ist es soweit, eure Geschichten werden in das Buch eingebaut! Auf dem Altstadtfest haben viele Menschen die Chance wahrgenommen, ihre Fantasie in Form eines Charakterentwurfs, dem Entwerfen eines Fantasievolkes, usw. einzubringen. Ich hatte auf dem Altstadtfest in Jever einen Stand aufgestellt, der wie eine Kreativwerkstatt funktioniert hat: Menschen kamen an den Stand und betätigten sich kreativ. 



Start einer Heldenreise


Eine dieser eingebrachten Ideen war ein Charakter, Even der Lustige. Ich habe diesen Charakter weiterentwickelt und werde in den nächsten Tagebucheinträgen Stück für Stück die Geschichte zu Even den Lustigen veröffentlichen. Even wird somit ein Teil meiner Fantasywelt. Jetzt aber genug der Worte. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :D



Teil 1: Rize


Bier, Bart, Bauch. Mir fiel nichts Besseres ein, um diesen Mann zu beschreiben, der sich dort aufgebaut hatte, umringt von betrunkenen Männern, die sich an seinen Worten mindestens so stark berauschten, wie an dem Gesöff in ihren Krügen.

„…und ich frage euch: Wie heißt ein Ritter ohne Helm“, fragte der Mann in die Menge. Zufrieden grinste er seine Zuhörer an, deren Gesichter sich vor Konzentration zusammenzogen. Ich bezweifelte, dass auch nur eine Person ernsthaft in der Lage war, einen klaren Gedanken zu fassen.

Als hätte ich meine Worte laut ausgesprochen, fiel ein jüngerer Mann von seinem Stuhl, in wüster Abfolge unverständlichen Gebrabbels, welches im Gebrüll der Anderen unterging. Anschließend übergab er sich auf den Schuh seines Nachbarn, welcher diesen mit einem Tritt, als würde er seinen Hund aus dem Haus befördern, strafte. Fast hätte er dem Jüngling nachgesetzt, seine Brust hob und senkte sich in wilder Raserei, aber er stolperte über seine eigenen Beine, was seinen Bemühungen ein jähes Ende setzte.

Die anderen Menschen bekamen von alledem nichts mit.

„Komm schon, Even! Was ist die Lösung?“, löste sich eine Stimme aus dem Geschrei des Pulks.

Even. So hieß dieser fette Mann also. Ich blickte links neben mir zu Loram, ohne meinen Kopf zu bewegen, was für meine Augen eine ordentliche Herausforderung darstellte. Seine Augen waren gebannt auf Even gerichtet, so als hätte dieser ihn in Hypnose versetzt.

„Even, Even, Even“, stimmte die Menge an, forderte eine Antwort auf die Frage.

Loram schaffte es gerade so, nicht in das Stimmengewirr miteinzustimmen. Waren alle Männer so leicht beeinflussbar? Ich nahm mir vor, nach Evens Verhaftung mit diesem zu plaudern, um ihm sein Geheimnis zu entlocken, wie er es schaffte, dass ihm eine ganze Menschenmenge gebannt zuhörte.

Even ließ sich Zeit. Seine Hand ging zu dem Krug, schloss ihn sanft in die Hände, nur um ihn anschließend zum Mund zu führen. Jede Frau auf der Welt könnte sich glücklich schätzen, wenn sie von ihrem Mann mit einer solchen Zärtlichkeit behandelt worden wäre, wie es Even bei seinem Bierkrug tat. Nachdem er fertig getrunken hatte, setze Even theatralisch ab, nun bereit, die Pointe des Witzes zu erzählen.

„Ööööhmmmm, Hjjjjks.“

Der Jüngling gab wildes Gebrabbel von sich. Wahrscheinlich hatte das Bier die Vorarbeit geleistet und die Auseinandersetzung mit dem Mann hatte ihm den Rest gegeben. Heute würde man von dem Jüngling kein vernünftiges Wort mehr hören können.

Wo war ich hier nur gelandet? Meine Fingernägel pressten sich tief in den Tisch. Es reichte mir und es war mir egal, dass „dieser Auftrag von größter Wichtigkeit sei“. Keine Minute länger würde ich warten, um die Mission zu Ende zu führen.

Das Knarzen einer Tür erregte meine Aufmerksamkeit. Die Tür zum Wirtshaus öffnete sich, begleitet von einem eisigen Windzug.

Ich fröstelte und mein Herzschlag beschleunigte sich. Alles in meinem Körper schaltete auf Abwehr, warnte mich vor dem Eindringling, der nun das Wirtshaus betrat. Keiner außer mir nahm war, wie sich ein Mann, größer als die Tür, langsam aufbaute.

Schwarz wie die Nacht stand er dort, sein Mantel flatterte im Wind. Mit den Augen suchte er den Raum ab, geübten Augen, die wussten, was ihm gefährlich werden konnte und was nicht.

Kurz stoppten seine Augen bei mir. Ich erstarrte, konnte seinen braunen Augen nicht entfliehen, die mich musterten.

Dann war es vorbei, sein Blick streifte weiter und endlich konnte ich mich wieder bewegen. Immer noch nahm ihn keiner wahr, alle warteten auf Even, der seinen Mund öffnete, um seinen Witz zu Ende zu erzählen.

„Will…“, setzte er an, aber die Stimme des komplett in schwarz gekleideten Mannes unterbrach ihn: „Im Namen der schwarzen Brüder. Hiermit beende ich diese Versammlung und befehle Even Wittenstein, mir zu folgen.“



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Spiel zwischen Licht und Dunkelheit

Die Bücherreihe "Spiel zwischen Licht und Dunkelheit" ist ein gemeinnütziges Projekt.

Voraussichtlich 2021 wird Band 1 veröffentlicht.

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